Geschichte der FFW Langenneufnach
Auszüge aus unserer Chronik


Die Worte "Einer für Alle und Alle für Einen" waren noch kein allgemeiner Wahlspruch, als ihr Sinn den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr längst zur selbstverständlichen Pflicht geworden war. Nicht nur eine höhere Erkenntnis führte zu seiner praktischen Anwendung, sondern das Leben in der Gemeinschaft verlangte zwangsläufig, dass man sich zu dieser Devise bekannte und danach handelte.

Diese Gedanken bewegten im Jahre 1876 auch unseren damaligen Bürgermeister Josef Höß und den Pfarrer Josef Birkhofer, als sie zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr aufriefen. So sehr auch die Bürger auf den Schutz des Himmels vertrauten, war ihnen doch bewusst, dass sie auch von sich aus Vorkehrungen zu treffen hatten, um das Element Feuer in seinen Grenzen zu halten. So meldeten sich begeistert sofort 46 wehrkräftige Männer, um sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. In die Mitgliedsliste trug sich allen voran auch der Fabrikbesitzer Xaver Griffel ein, der die Mitgliedsnummer 1 erhielt, gefolgt von Josef Sattelmayer, welcher zum 1. Kommandanten gewählt wurde, und dem Schuhmachermeister Max Micheler, seinem späteren Nachfolger.

Zur damaligen Zeit musste jeder Feuerwehrmann seine Uniform selbst bezahlen. Sie bestand aus Rock, Mütze mit Kokarde sowie einer Fangschnur.

Die Ausrüstung war noch einfach und bestand in unserer Gemeinde aus 20 m Druckschläuchen, 1 Strahlrohr, 2 Mundstücken, 1 Laterne, alles zusammen auf dem Spritzenwagen. Eine Schubleiter mit Stütze und einige Kleingeräte vervollständigten das Ganze.

Durch verschiedene Brandkatastrophen aufmerksam geworden, stellte man fest, dass die alte zweirädrige Feuerspritze den Anforderungen nicht mehr entsprach, und so konnte man 1897 eine modernere Spritze feierlichst eingeweiht. 1901 feierte man das 25jährige Bestehen der Feuerwehr mit vielen schönen Reden, Diplomen und einem großen Feuerwerk zum Abschluss.

Was nun folgte, waren zwei Weltkriege, die auch vielen treuen Feuerwehrleuten das Leben kostete. Wie oft mussten unsere "Feuerwehrfrauen" während des Krieges ihre Männer vertreten, die an der Front kämpften. Viele Brände mussten gelöscht werden, die durch schwere Fliegerangriffe entstanden waren.

Im Dezember 1967 wurde unser erstes Fahrzeug, ein Ford Transit FT 1300 (TSF), nach Langenneufnach ausgeliefert. Dessen Unterbringung in einem alten Holzschuppen war völlig unzureichend. Nachdem die Gemeinde den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses aufgrund fehlender finanzieller Mittel immer wieder verschoben hatte, wurde von der gesamten Feuerwehr der Rücktritt erklärt. 1971 wurde dann endlich doch noch der dringend notwendige Neubau unseres Feuerwehrhauses genehmigt und mit den Bauarbeiten begonnen.

Ein sehr turbulentes und ereignisreiches Jahrzehnt hatte begonnen.
Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde im April 1972 eingeweiht. Im Jahre 1974 wurde vom Landkreis ein Ölschadenfahrzeug in Langenneufnach stationiert. Bereits ein Jahr später konnte das neue Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt werden.

Im Juli 1976 wurde der 100. Geburtstag unserer Freiwilligen Feuerwehr mit einem viertägigen Fest groß gefeiert.

Im November 1976 war einer der spektakulärsten Einsätze unserer Wehr. Es waren 2 Bundeswehrflugzeuge in 3000m Höhe miteinander kollidiert, wobei ein Flugzeug nur 200m von den ersten Häusern Langenneufnachs entfernt zerschellte. Das andere Flugzeug stürzte bei Bauhofen (Gemeinde Ziemetshausen) ab.

Eines der größten Hochwasser im Ort ereignete sich im Sommer 1977.

1978 wurde die Feuerwehr mit ihrer ersten Rettungsschere ausgestattet. Da wir mit unserem TLF16 und der Rettungsschere Stützpunktfeuerwehr wurden, waren die Folgejahre von vielen größeren und kleineren Einsätzen im ganzen Staudengebiet gekennzeichnet.

Mitte der Achtziger stand dann ein großer Führungswechsel an. 1984 trat Vorstand Josef Seitel nach 19 Amtsjahren zurück. 2 Jahre später wurde Ernst Schigg nach 30-jähriger Amtszeit als Kommandant verabschiedet.

Immer wieder stellen sich die ca. 75 aktiven Mitglieder unserer Freiwilligen Feuerwehr in den Dienst am Nächsten. Bestens ausgerüstet mit modernem Gerät konnten sie in vielen Notfällen wichtige Hilfe leisten. Mittlerweile hat sich das Aufgabengebiet vom Löschen von Bränden immer weiter zur Technischen Hilfeleistung verschoben.

Um dieser Entwicklung Folge leisten zu können wurde 1994 das in die Jahre gekommene TSF durch ein Löschgruppenfahrzeug LF8 mit Sonderbeladung Technische Hilfeleistung ersetzt. Hier wurden alle Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung untergebracht.

Vom 6. bis 9. Juli 2001 wurde der 125. Geburtstag unserer Wehr mit einem großen Fest mit Festumzug begangen.

2004 wurde für das Tanklöschfahrzeug ein Löschgruppenfahrzeug LF16 beschafft.

Aus früheren Zeiten kennen wir den Wahlspruch der Feuerwehrleute, der bis in unsere Zeit seine volle Gültigkeit behalten hat:

Der Gemeinde zum Schutz
dem Feuer zum Trutz
dem Nächsten zur Wehr
und Gott zur Ehr.